Theo­lo­gi­scher Elfen­bein­turm

Wem gehört die Reli­gi­on? Den Kir­chen, rie­fen Geist­li­che, beson­ders in Euro­pa, viel Jahr­hun­der­te lang.

Viel­leicht nicht immer aus purer Selbst­lo­sig­keit. Auch frü­her war Wis­sen schon Macht. Macht durch (nicht über) Reli­gi­on konn­ten Men­schen bekom­men, indem sie den Glau­ben so sehr ver­kom­pli­zier­ten, dass kein „ein­fa­cher Mensch” sie mehr allei­ne ver­ste­hen konn­te.

Durch theo­lo­gi­sche Elfen­bein­tür­me konn­ten (und kön­nen) Geist­li­che Macht über Men­schen aus­üben, mit der Reli­gi­on nicht als Offen­ba­rung, son­dern als Mit­tel zur Macht.

Zu gro­ße Welt

Der Mensch ist nicht dafür gemacht, die Welt in ihrer Gesamt­heit über­bli­cken und ein­schät­zen zu kön­nen. Nur sei­ne Welt. Eine klei­ne Welt, von Fami­lie, Bekann­ten, Nach­barn, Bewoh­nern sei­nes Dor­fes oder — schon ganz modern — sei­ner klei­nen Stadt. In die­ser Sphä­re hat er fast die gesam­te Zeit sei­ner Exis­tenz gelebt. Dar­in konn­te er wenigs­tens grob sein Han­deln und deren Kon­se­quen­zen ein­schät­zen.

Heu­te kann sein Han­deln Ein­fluss auf die Welt als gan­zes haben; mit so vie­len unmit­tel­ba­ren und mit­tel­ba­ren Aus­wir­kun­gen, die er in ihren tie­fen Abhän­gig­kei­ten nicht mehr über­bli­cken kann.

Der Mensch ist Klein­kind geblie­ben, doch spielt nun mit Werk­zeu­gen (und Waf­fen) von Erwach­se­nen.