Zeit­raum oder -punkt?

Für vie­le archai­sche Völ­ker voll­zog sich die Zeit zyklisch. Nichts wur­de bis zu einem Punkt etwas und war dann fer­tig; alles kam und ging ewig. Heu­te herrscht in den (west­lich gepräg­ten) Gesell­schaf­ten ein geschicht­li­ches Zeit­ver­ständ­nis vor, nach­dem Ereig­nis­se gesche­hen und danach für immer abge­schlos­sen sind. — Aber woher wol­len wir eigent­lich wis­sen, dass wir uns nicht nur in einem sehr lan­gen Zeit­zy­klus befin­den?

Zu gro­ße Welt

Der Mensch ist nicht dafür gemacht, die Welt in ihrer Gesamt­heit über­bli­cken und ein­schät­zen zu kön­nen. Nur sei­ne Welt. Eine klei­ne Welt, von Fami­lie, Bekann­ten, Nach­barn, Bewoh­nern sei­nes Dor­fes oder — schon ganz modern — sei­ner klei­nen Stadt. In die­ser Sphä­re hat er fast die gesam­te Zeit sei­ner Exis­tenz gelebt. Dar­in konn­te er wenigs­tens grob sein Han­deln und deren Kon­se­quen­zen ein­schät­zen.

Heu­te kann sein Han­deln Ein­fluss auf die Welt als gan­zes haben; mit so vie­len unmit­tel­ba­ren und mit­tel­ba­ren Aus­wir­kun­gen, die er in ihren tie­fen Abhän­gig­kei­ten nicht mehr über­bli­cken kann.

Der Mensch ist Klein­kind geblie­ben, doch spielt nun mit Werk­zeu­gen (und Waf­fen) von Erwach­se­nen.

Kann der Mensch „sich selbst” erken­nen?

Erkennt­nis über etwas kann als das tie­fe Ver­ständ­nis und Durch­drin­gen ver­stan­den wer­den, durch das der Mensch zu ver­ste­hen glaubt, war­um etwas genau so ist wie es ist.

Doch wie soll der Mensch etwas aus sei­ner Welt oder gar sich selbst erken­nen kön­nen, wenn er sich nur aus sich selbst her­aus (das heißt, ohne einen neu­tra­len Blick) betrach­ten kann? Man muss außer­halb des betrach­te­ten Gegen­stands ste­hen, um ihn von außen (oder aus einer höhe­ren Sicht) her­aus in sei­ner Gesamt­heit erken­nen zu kön­nen.

Doch wie soll sich dann der Mensch als Teil der Welt selbst erken­nen kön­nen?